Mit dem Begriff Alopezie (Haarverlust) bezeichnet der Mediziner allgemein den sichtbaren Verlust von Haaren an Stellen, die normalerweise behaart sind.
Die Lokalisation und das Musters des Haarverlustes können Hinweise auf ihre Ursache geben.
Es wird zwischen vernarbenden und nicht-vernarbenden Alopezien unterschieden. Vernarbende Alopezien gehen in der Regel mit einer Erkrankung der Haut einher: Entzündungen, Infektionen oder andere Schädigungen der Haut (z.B. Verbrennungen). Wenn die Haarwurzeln zerstört sind, ist der Haarverlust endgültig, sind aber selten viel häufiger sind Nicht-vernarbende Alopezien beruhen auf einer gestörten Funktion des Haarfollikels.
Nicht-vernarbende Alopezien
| Typ | Ursache |
| Androgenetische Alopezie = vererbter Haarausfall | Kombination von 3 Faktoren:
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| Alopecia areata | Immunbedingte Haarwurzelentzündung |
| Diffuse Alopezie |
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Die androgenetische Alopezie: Der typische Haarverlust bei Mann und Frau
Die androgenetische Alopezie – auch anlagebedingter Haarverlust genannt – ist weitaus die häufigste Form des Haarverlusts bei Mann und Frau. Sie beginnt oft schon in jungen Jahren, manchmal bereits nach der Pubertät. Im mittleren Lebensalter betrifft sie ca. 50% der Männer und steigt nachher auf über 80% an.
Während sich die androgenetische Alopezie beim männlichen Geschlecht häufig bereits vor dem 20. Lebensjahr mit deutlicher Geheimratseckenbildung ankündigt, kommt es bei der Frau mehrheitlich erst im dritten Lebensjahrzehnt zur allmählichen Ausdünnung der Haare im Scheitelbereich. Damit beginnt ein fortschreitender Prozess mit meist schubweisem Verlauf.
Im mittleren Lebensalter sind ca. 20% der Frauen von androgenetischer Alopezie betroffen; nach dem 70. Lebensjahr steigt ihr Anteil auf über 70% an.
Beispielbilder:
Die Anlage für Haarverlust ist vererbt. Sie bestimmt, wie die Kopfhaarfollikel auf die männlichen Hormone (Androgene) reagieren. Dabei spielt ein Stoffwechselprodukt des wichtigsten männlichen Hormons, des Testosterons, eine entscheidende Rolle: das Dihydrotestosteron, kurz DHT. Es entsteht aus Testosteron durch Umwandlung mit Hilfe des Enzyms 5-alpha-Reduktase Typ II. DHT verkürzt die Wachstumsphase der Haarfollikel und verkleinert diese, so dass nur noch feine Härchen entstehen und schliesslich die Haarbildung aufhört. So nimmt die Zahl der Haare ab.
Weitere Formen von Haarverlust
Alopecia areata
Die Alopecia areata – auch kreisrunder Haarausfall genannt – ist charakterisiert durch fleckförmig umschriebenen Haarverlust an einzelnen oder mehreren Kopf- oder Körperstellen. Der Verlauf der Alopecia areata ist sehr unterschiedlich. Manchmal wächst das Haar innerhalb von mehreren Wochen bis Monaten wieder nach, in anderen Fällen kann die Alopezie weiter fortschreiten, zu vollständiger Kahlheit führen und bestehen bleiben.
Die Ursache für diese Form von Haarverlust ist nicht vollständig geklärt. Das Gewebe um den Haarfollikel ist entzündet, kommt jedoch nicht zur Vernarbung. Als Grund für die Entzündung wird eine Immunstörung vermutet, bei der das körpereigene Abwehrsystem den Haarfollikel angreift.
Beispielbilder:
Diffuse Alopezie
Bei dieser Form von Haarverlust kommen gleichzeitig viele Haarfollikel in die Rückbildungsphase. Die Folge ist eine diffuse Ausdünnung des gesamten Kopfhaares (sog. Diffuse Alopezie). Diffuse Alopezie ist als Symptom verschiedener Störungen des Gesamtorganismus aufzufassen und tritt beispielsweise bei schweren Allgemeinkrankheiten, Stresssituationen wie Operationen, hohem Fieber, radikalen Diätkuren, Eisenmangel, als unerwünschte Arzneimittel-Wirkung und bei Krankheiten von Hormondrüsen (Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Hypophyse) auf. Diskutiert wird auch der Einfluss von schwerem psychischem Stress.
Beispielbilder:
Therapiemöglichkeiten
Wenn man etwas gegen übermässigen Haarausfall tun möchte, hat man die Möglichkeiten, Medikamente einzunehmen oder ein Haarwuchsmittel aufzutragen. Bei androgenetischer Alopezie (anlagebedingtem Haarverlust) wirkt beides grundsätzlich nur so lange es angewendet wird. Ausserdem müssen als Voraussetzung noch feine Haare (bzw. der Haarfollikel) erhalten sein, die durch die Behandlung wieder zu kräftigen Haaren werden können.
Tabletten: Finasterid (Markenname Propecia®); für Männer
Hormon Präparate mit antiandrogener Wirkung wie z.B. Diane 35® für die Frauen
Lokales Mittel: Minoxidil Aufbaupräparate; wie z.B. Rombellin®, Ultimatie Woman®, bzw. Ultimatie Man®. Diese sind nur wirksam zur Verbesserung der Haarqualität aber nicht wirksam gegen den Haarausfall der Haare selbst.
